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Wer Flügel hat, der solle fliegen [girl]












Gehortet sind all die Kostbarkeiten,
den Weg zum Tod bereitend.
Und wenn die Morgensonne sich erhebt,
all das Gold dann bebt.
Bis die Flamme steigt empor
und ein neuer Vogel kommt hervor.

Schillernd, rein und wunderschön,
wird er seine Wege ziehn.
Treibt über Land und Fluss,
schenkt der Welt erneut ein Kuss.
Er gibt uns wieder eine Chance,
auf das wir erwachen aus der Trance.

Der Feng und die Huang,
der Ho-Oo oder Benu; s'ist einerlei;
verkünden uns mit schönstem Gesang
wie unsre Welt zu leben sei.
Lasst auch unsre Flügel heben,
gemeinsam mit ihm am Himmel schweben.
- Das erinnert mich an eine Geschichte des Tsuang-tse, die er erzählte
als ein Minister ihn einmal verdächtigte, ihm seinen Posten streitig machen
zu wollen. Er sagte zu ihm: "Weit im Süden lebt der Vogel Feng [Phönix].
Alle tausend Jahre erhebt er sich, spreitet sein Gefieder, erhebt sich in die
Lüfte und fliegt nach Norden. Seine Spannweite beträgt zehntausend Li,
er nährt sich vom Nektar des Himmels, und das Rauschen seiner Schwingen
ist im ganzen Reiche zu hören. Eine Eule, die gerade eine halbverweste
Maus gefunden hatte, hörte das Rauschen, und in ihrer Angst, ihre Beute
könnte ihr genommen werden, hielt sie sie fest und schrie 'Huhuu!'
Ihr wollt mich wohl auch von Eurem Ministersessel weg-huhuen?"
Wer Flügel hat, der solle fliegen...
... auch auf den Schwingen des Frühlings

Zitat:
Was rauschet, was rieselt, was rinnet so schnell?
Was blitzt in der Sonne? Was schimmert so hell?
Und als ich so fragte, da murmelt der Bach:
"Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist wach!"

Was knospet, was keimet, was duftet so lind?
Was grünet so fröhlich? Was flüstert im Wind?
Und als ich so fragte, da rauscht es im Hain:
"Der Frühling, der Frühling, der Frühling zieht ein!"

Was klingelt, was klaget, was flötet so klar?
Was jauchzet, was jubelt so wunderbar?
Und als ich so fragte, die Nachtigall schlug:
"Der Frühling, der Frühling!" - da wußt' ich genug!

Heinrich Seidel


.. erst vorhin sah ich eine Amsel Nistmaterial sammeln;
kündigt sie mir dadurch neues Leben an..
.. erinnert mich daran.
Bäume schlagen aus als ob sie die neue Welt umarmen wollten.
Es duftet so schön...
*tief_einatmet*
alles scheint zu strahlen...
haaach... *seuftz* ... ist das schön!

edit:
Tagundnachtgleiche - es ist genau 12 Stunden hell und 12 Stunden dunkel - in diesem Zeitraum (19 - 21 März) fällt der astronomische Frühlingsanfang.
Die ägyptische Sphinx schaut an diesen Tagen genau auf den Punkt, wo die Sonne aufgehen wird..
Auch der oben aus der Mythologie beschriebene Phoenix soll immer wieder kurz nach dieser Zeit (wenn Merkur durch die Sonnenscheibe wandert; die letzte Wanderung dieser Art war i.ü. am 7. Mai '03) in periodischen Abständen der Asche enstiegen sein.. - für seinen Neuanfang.
...beflügelnde Antworten

Zitat:
Mein Herz, ich will dich fragen

Mein Herz, ich will dich fragen
Was ist denn Liebe, sag
Zwei Seelen und ein Gedanken
Zwei Herzen und ein Schlag.

Und sprich, woher kommt Liebe?
Sie kommt, und sie ist da!
Und sprich, wie schwindet Liebe?
Sie war´s nicht, der´s geschah!

Und was ist reine Liebe?
Die ihrer selbst vergisst!
Und wann ist Liebe am tiefsten?
Wenn sie am stillsten ist!

Und wann ist Liebe am reichsten?
Das ist sie, wenn sie gibt!
Und sprich, wie redet Liebe?
Sie redet nicht, sie liebt!

Antonia Müller
Der Titel hat mich nachdenklich gestimmt.
Als ich gestern Abend den Titel las, musste ich noch lange darüber nachdenken.
Erinnerungen, Emotionen, Gedanken - und die Sehnsüchte darf ich nicht vergessen - schossen kreuz und quer wie Pfeile durch den Abend.

Das erinnert mich an Zugvögel. An die Schwalben an Störche, bei denen ich während meiner Kindheit auf dem Dorf Zaungast (eher Nestgast) sein durfte.
In der Schule lernten wir, dass die Zugvögel sich unser Dorf als Nistplatz ausgesucht haben weil es ihrem Biotop entspricht.
Ich konnte es kaum abwarten bis zum Frühling als die alten Vögel erneut zu ihrem Nest zurückkehrten.
Ich fragte mich immer wieder , wo die Jungen abgeblieben sind. Wie weit von den Elten entfernt sie sich niedergelassen hatten.
Bei uns Menschen ist es nicht viel anders. Wir brauchen Flügel, aber auch ein Nest, wo wir immer wieder zurückkehren können um uns die vom Flug müde gewordenen Flügel auszukurieren.
Sehr oft bauen wir unser Nest in der Nähe der Eltern, der Geschwister der Freunden um uns zu versammeln, um uns gegenseitig beizustehen.
Sehr oft aber auch verlieren sich Eltern und Kinder und Freunde aus vielen Gründen aus den Augen. Und ich frage mich ob sie sich weit weg wohl fühlen.
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