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Heißes Eisen - "Im Tal von Elah"












Gestern stellte 3sat auf Kulturzeit den amerikanischen Film "Im Tal von Elah" vor und wie der Regisseur erzählte, wird der Film von den Amerikanern nicht angenommen, weil er doch die Schrecklichkeiten des Krieges sehr offen zeigt, nichts von Heroismus, sondern nur Bruatalität.


Zitat:
Von einem, der auszog

Nun macht Hollywood an der Heimatfront gegen diesen Krieg mobil. Der bislang beste Film ist "Im Tal von Elah" von Oscar-Preisträger Paul Haggis. Sein Irak-Film spielt in der US-amerikanischen Provinz. Auch sein Held ist Patriot: Vietnam-Veteran Sergeant Hank Deerfield - eine große Rolle für Tommy Lee Jones. Deerfield hat seinen Sohn Mike mit voller Überzeugung in den Irak-Krieg geschickt. Von dort ist er heimgekehrt, aber seitdem vermisst. Nun sucht er seinen Sohn selbst. Reste von Mikes Leichnam werden verstreut in der Nähe seiner Kaserne gefunden - verstümmelt und verbrannt.


www.3sat.de/kulturzeit


Rezensionen in vielen Zeitschriften
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,539731,00.html
http://www.tagesspiegel.de/kultur/k.....riegs-Film;art137,2488622
Auf der spirituellen Ebene können wir sagen, daß alles Schwingung ist, und daß alles seinen Widerklang finden wird, was wir tun - egal was wir töten und wen - es kommt auf uns zurück.

Grundlage des Drehbuchs von Paul Haggis ist eine wahre Geschichte: die des Gefreiten Richard Davis, der 2003 nach seiner Rückkehr aus dem Irak-Krieg auf bestialische Weise ermordet wurde. Erst nach Ermittlungen des Vaters wurde der Fall offiziell untersucht. Wie damals weisen die Spuren in ein Dickicht aus Sex-Bars, Gewaltexzessen und Lügen, in das der Tote und seine Kameraden verstrickt sind. Deerfield ermittelt auf eigene Faust. Er lernt, dass sein Sohn ein anderer war, ein Fremder. Für seinen Film hat Haggis lange und intensiv in der Armee recherchiert. Kern der Geschichte sind viele Interviews, die er mit Heimkehrern aus dem Irak-Krieg führte.

Zitat:
Grausamkeiten, dokumentiert im Internet

"Die Medien zeigen diese schrecklichen Dinge erst gar nicht", sagt der Regisseur. "Nur die Soldaten filmen so etwas und stellen die Videos ins Netz, da sind sie mir aufgefallen. Junge Typen, die Bilder aus dem Irakkrieg mit Pop- und Rocksongs unterlegen. Aber auch Bilder von Soldaten, die Leichen umarmen und mit verbrannten Leichen posieren oder nach den Händen der Toten greifen. Ich sagte mir immer wieder, eigentlich weiß ich genau, dass diese Männer und Frauen im Grunde gute Menschen sind. Und dennoch sind sie so abgestumpft gegen die Gewalt. Sie tun so, als ob ihnen jemand gerade einen echt guten Witz erzählt hätte."


Ich erinnere mich noch an die Worte aus Amerika, daß die Deutschen wieder töten lernen müssen. Mich wundert in Amerika nichts mehr - auf der einen Seite die Hervorhebung moralischer Werte, aber wenn es um andere Menschen geht, eine Herablassung, ein Überlegenheitsgefühl, daß man darüber sehr erschrocken ist. Was nützt es, wenn sich Menschen religiös geben, aber das ethische Gewissen in ihnen noch nicht erwacht ist.

Worüber wundern wir uns eigentlich noch ?


Zitat:
"Ich habe mir angehört, was sie erlebt haben", so Haggis. "Es ist unfassbar und unmenschlich. Dieser Krieg findet in den Städten statt, und wir wissen seit 2000 Jahren, was urbane Kriegsführung bedeutet: feindliche Soldaten, die sich gegenüber stehen - und dazwischen schutzlos die Zivilbevölkerung." Über Video-Schnipsel, die sein Sohn mit dem Handy für ihn aufnahm, tastet sich Deerfield an die Wahrheit heran - trotz aller Verschleierungsversuche der Armee. Die Videos lassen erahnen, wie die Konfrontation mit dem täglichen Grauen im Krieg seinen Sohn zermürbt hat. Wie er ihn in ein Monster ohne Mitgefühl verwandelt hat. Es ist die Geschichte einer moralischen und seelischen Deformation.


Letztendlich tun wir mit den Tieren auch nichts anderes - wir, die Menschen, tragen das Böse in solcher Form in uns - es gibt noch immer zu wenige, die gut sind und zu viele, die böse sind - und viele Gleichgültige, denen alles egal ist.

Zitat:

Stars als Friedens-Ikonen

Wie für Charlize Theron, ist Engagement gegen den Krieg auch für viele in Hollywood ein Muss. Stars sind Ikonen der Friedensbewegung, wie Susan Sarandon, die in einer kleinen Rolle in Haggis' beeindruckendem Anti-Kriegsfilm mitspielt. Doch selbst für die liberale Oscar-Akademie packt dieser Film zu viele heiße Eisen an: Tommy Lee Jones ging trotz grandiosem Spiel leer aus. An der Kasse floppte der Fillm. Im Internet riefen konservative Publizisten, wie Debbie Schlussel, sogar zum Boykott auf.

"Für Amerika kommt der Film zu früh", sagt Scott Roxborough, "Hollywood-Reporter". "Das US-amerikanische Publikum ist einfach noch nicht bereit, sich mit einem Film auseinanderzusetzen, der direkt vom Irak-Krieg handelt - jetzt noch nicht, das ist im Moment einfach zu schmerzhaft
durch die modernen technologien ist der tod ziemlich weit aussen vor. der knopf wird gedrueckt - und alle jugendlichen / kinder koennen das schon, weil game-boy und baller"spielchen"(?) dich schon auf den kampf verbereitet haben.
dann hast du keinen job, verpflichtest dich - und ziehst in den krieg.
und da wird es dann intim schmutzig.
das perverse: die medialisierung des indivuellen und intimen todesaktes.
der wunsch sich zu reinigen durch das zeigen des schmutzigen, grausamen und perversen. der tod,
eigentlich ein "heiliger" prozess des uebergangs; doch im krieg tritt man dich in die erde...und durch die erniedrigung des anderen, durch das annientieren ( der ist nichts) erhebt sich der niedere geist..
die darstellung des "grenzlastigen", des perversen und grausamen hat ja nicht von ungefaehr seinen reiz.
die frage ist: wer stellt das dar - und warum, aus welchem grund?
psychofolter ist schlecht zu zeigen ( na gut, da wird der cyberspace sich auch noch was leckeres psychoaktives einfallen lassen...) - also menschliche koerper.
nach der letzten "oeffentlichen" (!) folter in china ( 1926, tian-a-men, " tod der tausend stuecke"...no comment...)
(bei: foucault)
die annientierung des menschen ( und seines koerpers!) in auschwitz.
dann: isolationshaft in sterilen raeumen.
heute: grosse variationsbreite ! alles moeglich!
und stolze mediale verarbeitung...
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum III


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