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Brot steht oftmals für geistige Nahrung. In der Geschichte von Jesus wird uns eine solche geistige Nahrung gegeben. Man kann sie aufbrechen bzw. symbolisch zerlegen und das Verborgene offenlegen, indem man die Geschichte von Jesus analysiert. So wird das Brot gebrochen. Wein enthält „Spiritus“ (=Weingeist) und steht daher für die Inspiration. Das ist das Wesen der Kraft, die in den Evangelien als Jesus personifiziert wird. Das „Wesen“ wird symbolisiert durch das Blut. Es geht darum, die geistige Nahrung aus der Schrift freizulegen und die Inspiration in sich wirken zu lassen. Dieses ist uns aufgetragen. Wenn wir hingegen beim Abendmahl nur in trockene Kekse beißen, so ist dieses lediglich ein äußeres Zeichen, das inzwischen jede Bedeutung verloren hat.
Die Bibel verwendet den Begriff „Tod“ nicht in dem Sinne, wie wir ihn üblicherweise umgangssprachlich verwenden. Durch diesen Tod verlässt man nicht unsere materielle Welt, sondern bei diesem Tod trennt man sich von der geistigen Welt, um in unsere Welt zu kommen. Wir alle, die wir in diesem Zustand der Trennung leben, sind in diesem Sinne die Toten. Diese Trennung wird üblicherweise als „Sünde“ bezeichnet, was übrigens keine moralische Wertung bedeutet, sondern nur, das wir „abgesondert“ sind. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn thematisiert diese Trennung, ebenso auch die Vertreibung aus dem Paradies und in beiden Fällen wird auch der Begriff „Tod“ in diesem Zusammenhang verwendet, wenn es z.B. heißt, der Sohn sei tot gewesen, oder wenn gesagt wird, man würde sterben, wenn man vom Baum der Erkenntnis isst.
Dieser Zustand der Trennung ist kein Fehler oder Unfall, sondern notwendig für das eigene Wachstum. So wie das Saatgut sich nur vermehren kann, wenn man es in die Erde steckt, so benötigen auch wir die materielle Welt für das geistige Wachstum.
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Wenn wir in die materielle Welt kommen, so stirbt in uns das Wissen um unsere wahre Heimat in der geistigen Welt. In diesem Sinne bedeutet die „Auferstehung von den Toten“ oder die „Überwindung des Todes“, dass dieses Wissen in uns wieder erwacht. Damit ist also kein ewiges Leben auf der Erde gemeint.
Die Symbole Luft, Wasser und Erde stehen üblicherweise für drei Ebenen der Schöpfung. Luft ist nicht greifbar und steht für die abstrakte und rein geistige Ur-Idee, die in allem steckt. Die Erde steht für unsere materielle Welt, in der diese Ideen Realität werden und wo wir sie erleben können. In der Materie offenbart sich der Geist. Dazwischen ist die Ebene des Wassers, wo die Dinge im Entstehen bzw. im Fließen sind.
Damit hängt es auch zusammen, dass in vielen Mythen der Weg in die andere Wirklichkeit durch das Wasser führt, z.B. wenn Moses das Meer teilt.
Die Symbole Luft, Wasser und Erde werden aber auch für Geist, Seele und Körper verwendet und in diesem Sinne ist der Mensch nach dem Ebenbilde der Schöpfung aufgebaut.
Wenn von Vögeln, Fischen und Landtieren die Rede ist so bezieht sich dieses auch häufig auf dieses Ebenenschema, z.B. wenn sich der Geist in Form einer Taube zeigt, oder wenn Jesus auf einem Esel in Jerusalem einreitet. Der Stier wird übrigens häufig durch die Form der Hörner, die an eine Mondsichel und an einen Kelch erinnert, dem Element Wasser zugeordnet.
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Es gibt noch einen zweiten Geist-Begriff, der mit Feuer symbolisiert wird und der eine Kraft symbolisiert, die uns inspiriert und leitet. Dieses Schema mit Feuer, Luft, Wasser und Erde wird als „Vier-Elemente-Lehre“ bezeichnet. Es gibt jedoch auch einen körperlichen Antrieb, der auch mit Feuer symbolisiert wird.
Der geistigen Ebene werden in der Zahlensymbolik häufig die Zahlen 3 und das Dreieck zugeordnet, der seelischen Ebene die 2 (Polarität), die 5 (Bewusstsein / „fünf“ Sinne) und der Kreis und der körperlichen Ebene die 4 und das Quadrat bzw. das Kreuz. So haben auch die 40 Tage in der Wüste bei Jesus und 40 Jahre bei Moses und die 3 Tage im Grab symbolische Bedeutung. 40 ist eine 4 auf einer höheren Ebene. Die Wüste steht für die „trockene Theorie“. Es geht also um höhere Ideen, die man von einer Naturwissenschaft bzw. Naturphilosophie ableitet. Die 3 Tage im Grab stehen für einen Abstieg in die materielle Welt (=Grab) um des Geistes (=3) Willen.
Satan - der Herr der Materie - ist kein Widersacher Gottes, sondern er prüft mythologisch gesehen die Menschen und die Ideen im Auftrag Gottes (siehe Hiob) und hat die Funktion eines Anklägers. Er symbolisiert die materielle Welt, an der sich zeigt, was unsere Ideen in der Praxis wirklich taugen und er zeigt wo die Fehler und Schwächen liegen. An der materiellen Welt zeigt sich, was wirklich gut und böse ist, denn manches, was uns gut erscheint, hat einen Pferdefuß und geht nach hinten los. „Diabolus“ bedeutet wörtlich: ein Wurf (bolus = Wurfball), der in die Gegenrichtung geht (dia = entgegen gesetzt). Auch das deutsche Wort „Teufel“ steht ebenso wie „Zweifel“ für die zweite Falte (fel = Falte) bzw. die zweite Seite, die jede Sache hat. Diese „zweite Seite“ wird uns von der Materie vor-geworfen.
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Die Verführung bzw. Prüfung Jesu durch den Teufel besteht aus drei Teilen. „Steine zu Brot machen“ bedeutet „Geistige Nahrung aus der Materie ziehen“. „In die Luft erheben“ wäre eine völlige Vergeistigung ohne jeden Realitätsbezug und das reine Streben nach materiellem Besitz führt auch zu keinem geistigen Fortschritt. Es sind drei Irrwege im Umgang mit der Materie. a) die Beschränkung nur auf die Naturwissenschaft, b) die spirituelle Weltflucht, c) die Weltsucht bzw. die Gier nach allem Materiellem. Der zweite und dritte Irrweg wird komplett abgelehnt. Der erste hingegen wird ergänzt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht“.
In der Moses-Geschichte steht Ägypten für die materielle Welt, in den Evangelien hat Jerusalem diese Bedeutung. Die Sklaverei in Ägypten und die Gefangennahme von Jesus in Jerusalem bedeuten, dass unser höheres Bewusstsein von der materiellen Welt „gefangen“ genommen wird, sobald wir in diese Welt kommen.
Sowohl das Passah-Fest als auch die Auferstehung zu Ostern deuten auf die Überwindung dieser „Gefangenschaft des Geistes“ an.
Auch das Schwert Excalibur, das in der Gralsmythologie im Stein steckt, symbolisiert genau diese Gefangenheit des Denken von der Materie. Wer es schafft, das Schwert aus dem Stein zu ziehen, also das Denken von materiellen Dingen zu abstrahieren, der wird herrschen.
Auch das Kreuz steht für die materielle Welt und Jesus, der mit Eisen-Nägeln an das Kreuz fixiert wurde, symbolisiert das göttliche Bewusstsein, das jeder in sich trägt und das durch das Denken an die materielle Welt gebunden ist.
Das Denken vom Materiellen zu lösen, wurde häufig missverstanden. Es geht nicht um Armut, sondern um die Fähigkeit zu abstrahieren – um das Erkennen der abstrakten, geistigen Idee hinter den materiellen Dingen. Diese abstrakten Ur-Ideen kann man durchaus im Sinne von Platons Ideen-Lehre interpretieren. Entsagung nutzt niemandem. Ein Erwachsener braucht manches Spielzeug nicht mehr, aber ein Kind wird nicht dadurch erwachsen, wenn man ihm das Spielzeug wegnimmt. So mag ein Weiser manche materiellen Dinge nicht mehr brauchen, aber man wird nicht dadurch weise, dass man diese materiellen Dinge verbannt.
Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Entsprechungen zu den vier Elementen: So hat beispielsweise das Eisen und das Schwert eine ähnliche Bedeutung wie die Luft, denn beides symbolisiert „Denken“. Man spricht beispielsweise von einem scharfen Verstand.
In der Mythologie werden die Wesen bzw. Kräfte der drei Ebenen auch durch entsprechende Attribute dargestellt. Luft-Wesen haben Flügel, Wasser-Wesen haben einen Fischschwanz, Erd-Wesen haben Hufe.
Entsprechend der drei Ebenen gibt es auch drei Sichtweisen auf die biblischen Geschichten: Dem Element Erde entspricht sie materielle Sicht auf die Dinge, also real-historische Interpretation. Dem Element Wasser entspricht die moralische bzw. sittliche Interpretation der Bibel. Dem Element Luft entspricht die symbolische Interpretation, in der die Geschichten als Gleichnisse für eine höhere Wirklichkeit aufgefasst werden. (vgl. dreifacher Schriftsinn nach Origenes)
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