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Der Drill und das Gewissen












Leben wir noch immer nach dem äußeren Drang, der Einbindung in gesellschaftliche Normen ?

" Die erste Art, das Gewissen der unteren Stufen, ist anerzogen. Alles, was der Mensch an Geboten und Verboten, moralischen oder ethischen Grundsätzen und Verhaltensregeln, an Sitte und Gepflogenheit freiwillig oder unter Zwang von außen her aufnimmt, formt das Gewissen der unteren Stufen. Dieses Gewissen ist also künstlich erzeugt und gehorcht dem Zwang."

Zitat:
"Der Mensch wird zu dieser ersten Art von Gewissen regelrecht gedrillt. Nur durch Drill eignet er sich Anhaltspunkte und Regeln für sein richtiges Verhalten an, ist doch seine eigene Urteilskraft noch lange nicht hinreichend herangebildet. Auch seine Erkenntnisfähigkeit erlaubt ihm noch keine Einblicke in die Grundlagen echt moralischen und ethnischen Verhaltens. Sie werden ihm erst auf den höheren Stufen zugänglich.
Das Drill-Gewissen entlastet und formt zugleich den Menschen."


Können wir ohne Drill nicht leben, und geben uns die Normen gesellschaftichen Lebens nicht auch den Halt, den wir brauchen ?

Zitat:
Das schlechte Gewissen hängt ja vom Grad der Zwanghaftigkeit ab, welcher der Mensch immer noch unterliegt. Ob er aus Angst vor Strafe, aus Solidarität zur Gemeinschaft oder bloß, um inneren Konflikten auszuweichen, den Vorschriften weiterhin gehorcht, tut nichts zur Sache. Die Begründungen sind ohnehin nur Versuche, den wahren Tatbestand, nämlich seine übergroße emotionelle Gebundenheit an Instanzen wie Familie, Sippe, Gemeinschaft, Kirche, Partei, Volk mit einem Schönheitspflaster zu verdecken. So kann ein Mensch, der dem Zwang noch unterliegt, jedoch erwacht genug ist, um seine Zwanggebundenheit schmerzlich zu empfinden, ein schlechtes Gewissen wegen seines echten Gewissen haben."
"Das Vaterunser" - ISBN 3893854029

Sind dafür Religionen notwendig, damit der Mensch unter Zugzwang gerät ? Aber andererseits halten sie den Menschen fest und lenken ihn in eine bestimmte Richtung. Unterbinden sie damit die innere Aggresivität des Menschen ? Wohl nicht, denn auch religiöse Instutionen werden von Menschen geleitet, die manchmal ebenfalls in der Gewissensfrage noch sehr subjektiv handeln, bzw. sogar kriegerische Handlungen provozieren.
Zitat:
"Das künstliche Gewissen teilt dem Menschen mit, was "gut" und "böse" ist, und drängt ihn, die Vorschriften einzuhalten. Handelt er nach seinem - künstlich erzeugten - Gewissen, so kann er wissen, daß er "richtig" handelt und daß er von der Gemeinschaft - zumindest "offiziell" - angenommen wird. - Verstößt er gegen die Stimme seines Gewissens, übertritt oder mißachtet er die Vorschriften, so kann er genau wissen, warum er in seinem Leben Schwierigkeiten hat oder haben wird. Sein Gewissen meldet sich als schlechtes Gewissen und mahnt ihn eindringlich an seine Verfehlung, es macht ihn unglücklich oder sogar depressiv. - Dabei spielt es keine Rolle, ob das, was das künstlich erzeugte Gewissen für "gut" ausgibt, wirklich gut ist, was es als "böse" anzeigt, tatsächlich böse ist. Denn der Mensch wird erst fähig, die Richtigkeit der Normen zu überprüfen, zu entscheiden, ob das Vorgeschriebene mit den Gesetzen der Menschlichkeit und dementsprechend mit den Göttlichen Gesetzen übereinstimmt, wenn er über die Drillstufe hinaus gewachsen ist." "anatomie der seele" - das künstliche gewissen -


Schauen wir uns jetzt in der Wirklichkeit um und beurteilen, inwieweit wir schon klare Unterscheidungen treffen können bei der Beurteilung privater Vorkommnisse und auch der Weltlage.

Zitat:
Die Starrgläubigkeit
"Angedrillte Glaubenssätze beherrschen den Menschen in beinahe allen Lebensbereichen bis zum letzten Drittel der dritten Entwicklungsstufe. Die Glaubenssätze haben absolute Gültigkeit. Der Glaube bekundet sich daher als Streng- oder sogar als Starrgläubigkeit, und zwar sowohl in religiösen als auch in profanen Fragen.
Starrgläubigkeit kennzeichnet die herrschende Mentalität dieser Stufe: Die dritte Entwicklungsstufe ist die Stufe der Orthodoxie.

Was der Mensch auf dieser Stufe in sich aufnimmt, ist nicht der Inhalt des jeweligen Glaubens, sondern das Gerüst des Glaubens, das rigide System selbst. Währen der Inahlt auswechselbar ist, bleibt die Art, wie jemand glaubt: die Sturheit, erhalten.
Fragen des Rituals sind unverhältnismäßig wichtiger als Fragen nach der menschlichen Qualität der Glaubenssätze; diese werden zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht gestellt.
Derjenige, der heute das Glaubensgut einer Religion für unverrückbar hält, wird in einer nächsten Inkarnation, in welcher er in einen anderen Kulturkreis hineingeboren wird, an die dort herrschende Religion mit der gleichen Sturheit glauben und an deren Glaubenssätzen ebenso "unerschütterlich" festhalten wie an allen früheren. Dasselbe gilt für die Weltanschauung, für Vorstellung und Ideen und für alles, woran der Mensch glauben kann. - Auf dieser Stufe ist nicht der Inhalt, sondern in erster Linie die Form - in der Religion: das Dogma, das Ritual - für den "Glauben" entscheidend." usw.


Schauen wir uns einmal um: ist es nicht die Realität, in der wir leben ?

Und ?

Ändern wir etwas oder sind wir auf dem Weg dahin ?
Theophrast hat anscheinend verschiedene Arten von "Vergehen" verglichen und etwas darüber gesagt, womit sich Marc Aurel nun im Geiste befasst.

*** Das Theo von Theophrast könnte auch in das Theo von Theosophie passen. **

Zitat:
Theophrast sagt bei einer Vergleichung der Vergehen, insofern man nach den gewöhnlichen Begriffen eine solche aufstellen kann, in echt philosophischen Geiste, die Übertretungen aus Begierden seien schwerwiegender als die aus Zorn;
entfernt sicht doch offenbar der Zornige mit einem gewissen Schmerz und einer geheimen Beklommenheit von der Vernunft;
wer aber aus Begierden fehlt, wen die Lust übermannt, erscheint zügelloser und unmännlicher in seinen Fehlern;
mit Recht und eines Philosophen würdig sagte er daher,
der mit Lust begangene Fehler sei strafwürdiger,
als der mit Missstimmung verbundene;
im ganzen gleicht ja auch der Zürnende mehr einem Menschen, der vorher gekränkt war und durch Schmerz zum Zorn fortgerissen wurde,
der andere dagegen entschliesst sich freiwillig zum Unrecht,
durch seine Begierden zu einer Tat hingerissen.


Aus "Selbstbetrachtungen", von Marc Aurel

Gruss
Nasruddin
Schauen wir doch mal in die Geschichte und lesen, was den Menschen gesagt wurde:

Zitat:
Verhalten gegenüber der Obrigkeit

Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit untertan und gehorsam seien, zu allem guten Werk bereit seien. Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen.


google: Jedermann sei untertan der Obrigkeit

Sind wir jetzt weiter als damals - vor Hunderten von Jahren und warum möchte Menschen gern die alten Verhältnisse wieder zurück haben ? Glauben Menschen, daß, wenn ihre Religion die einzige auf der Welt wäre, die Welt bzw. die Menschen besser wären ?

Ist der Mensch vor seinen Irrtümern gefeiht ?

Theo = Gott ; Sophie = Weisheit von Gott
Theo = Gott : Logos = Wort - logisches Denken von Gott

Theophrast (es gibt mehrere laut wikipedia) - bei google:

Zitat:
Theophrasts Hinwendung zu einem Kausalitätsverständnis, das dem modernen mehr als dem aristotelischen ähnelt, erklärt, warum es einerseits zur Übernahme einer stärker materialistischen Mentalität bei den Epikuräern, andererseits zur Ablehnung bei den Stoikern, die auf Heraklit Bezug nahmen, gekommen ist.


Es gab sehr viele Philosophen in dieser Zeit (* um 371 v. Chr. zu Eresos auf der Insel Lesbos, † 287 v. Chr.? in Athen) und es gibt deshalb verschiedene Richtungen, die wahrscheinlich die Grundlagen für die danach entstehenden Religionen legten.

Nehmen wir nur einmal die Geschichte des Christentums rund um Kaiser Konstantin. Welchen Einfluß und welche Richtungsänderungen vollzogen sich im Laufe der Jahrtausende und immer haben Menschen, die in hohen Stellungen Einfluß nahmen, am Rad gedreht.

Gott gewollt ? Sollte alles so werden, wie es sich enwickelt hat ?

Ist es in den Inkarnationen notwendig, daß wir, die Menschen, soviel Schweres erfahren ? Ist es notwendig, durch Leid geläutert zu werden ?

google: kaiser konstantin + das christentum
http://home.eduhi.at/member/jr/christen/christ.htm

Betrachten wir die Entwicklungsgeschichte aller Religionen und vergleichen sie miteinander, werden wir vielleicht merken, daß alles auf irgend eine Weise miteinander verbunden ist.

Oder nicht ?

Die Frage ist auch: weiß die heutige Generation um diese Geschichte und interessiert es sie überhaupt noch ?
@gabriele

Zitat:
Die Frage ist auch: weiß die heutige Generation um diese Geschichte und interessiert es sie überhaupt noch ?


Wer hat überhaupt interesse daran, die Geschichte zu verkünden ?

Manche würden sich sicherlich daran interessieren.

Doch wer ist noch bereit diese zu verkünden?

So zu verkünden, dass auch die heutige Generation, manipuliert, ausgehöhlt und dem Stress der Selektion unter viel zu vielen Varianten ausgesetzt, spass daran haben könnte.

Ein Egozentriker oder Narr oder Narzisst?

Eine Egozentrikering oder Närrin oder Narzisstin?

Wo ist die Geschichte, die sich zu verkünden lohn?
Wo sind die Jünger, die sich noch daran laben könnten?

Gruss
Nasrudddin

PS: Gabriele. Ich muss jetzt eine Pause machen. Die Menge an Publikationen, dieser wundervolle Ausbruch der Fontäne aus der Quelle, hat mich ein wenig ermüdet. Brauche Zeit für mich.
Bei Gelegenheit werde ich Dir soviel wie nur möglich antworten.
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