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Shivaismus oder Vishnuismus oder Krishnaismus?












Zitat:
Ich möchte ja nicht desillusionierend sein, aber ich glaube kaum, dass ein Mensch je wirklich etwas über das Wesen Gottes auszusagen vermag. Er kann immer nur aus der Sicht eines Gottesoffenbarers sprechen
.

Das würde bedeuten, dass "Gottesoffenbarung" wertlos ist, und es nur einer "subjektiven" Vorstellung entspringt.
Die Veden erklären jedoch das die Höchste Wahrheit (satyam param) unvergängliche (transzendentale), ewige Form und Persönlichkeit besitzt (sat-cit-ananda vigraha).
Der Höchste Herr offenbart sich Seinem Geweihten und so kann der ernsthafte Spiritualist sehr wohl Gott von Angesicht zu Angesicht sehen.
Auch Christus lehrte; "und die die reinen Herzens sind werden Gott sehen"

Gruss
Lieber Jivatma,

Zu dem Thema Orgasmus als Samadhi-Erlebnis schreibst Du:

Zitat:
Ich habe noch nie einen grösseren Unsinn gelesen!
Das ist typisch für die Nachfolger der Mayavada-Philosophie. Sie sehen sich als Zentrum der Welt (Gott) und so denken sie, sie könnten jeden Sanskritbegriff xbeliebig intgerpretieren.

Nun ja, ich lass dir "deine Privat samadihs", die nennen sich dann in Sanskrit "vimukti maninah" (pseudoerleuchtet) ....


Kennst Du das Vijnanabhairava? Eine Schrift des kashmirischen Shivaismus? Dort werden verschiedene Zustände des Alltagsbewußtseins und deren spirituelle Bedeutung w. o. beschrieben. Ich weiß nicht ob das unter Nachfolge der Mayavada-Philosphie abzuheften ist, möchte es aber bezweifeln, denn der Kashmir-Shivaismus in einer zeitlich sehr weit zurückreichenden Epoche entstanden, weit vor den Wurzeln des Buddhismus in Nordindien. Ich habe auch noch keinen Vertreter dieser Philosophie, wie Du schreibst, sich als Zentrum der Welt interpretieren sehen.

Aber ich kann verstehen, dass diese Vorstellung gegen einige Konzepte verstößt. Diese samadhi-Deutungen sollen auch nicht der Hemmungslosigkeit dienen, im Gegenteil, es soll bewußt machen, dass wir in allem was wir tun nur auf der Suche nach der Gotteserfahrung sind und deshalb alles ablenkende freiwillig aufgeben, sofern wir können.
Nun, ich habe mich schon mit vielen spirituellen Gruppen und Religionen auseinandergesetzt und mich von den Lehren berühren lassen. Die Lehren erlebte ich in ihrer Essenz fast alle als rein und von einem guten Geist getragen. Doch wie die Menschen damit umgehen ist eher das Problem. Die Menschen machen daraus Sekten und religiöse Dogmen. Besonders übel ist es dabei immer, wenn man auf andere spirituelle Gruppen oder Religionen herabsieht und sie abfällig kommentiert oder bewertet. Die Meister die ich getroffen habe, waren voller Liebe und Achtung vor allen Menschen, Religionen und ernsthaften spirituellen Gedanken. Sie waren liebevoll und gleichzeitig souverän. Sie hatten sich nie abfällig über andere Philosophien und spirituelle Gedanken geäußert.

Hierzu fällt mir ein Zitat von Meister Eckehardt ein: "Das Nicht ist die Sünde". Das möchte ich so interpretieren: Alles was wir zutiefst ablehnen, oder von uns weisen, ist eben in direkter Weise unser Spiegelbild, unser ungeliebter Schatten. Um Heil und Ganz zu werden, müssen wir auch unseren Schatten in unser Sein integrieren, denn er ist Teil von uns. Solange wir Schwarz und Weiß malen, Erhaben und Schmutzig, Rein und Unrein, leben wir genau zwischen diesen Polen. Wir wachsen erst darüber hinaus, wenn wir beides integrieren.

Lieber Gruß Vaijanath
Hallo jivatma,

zuerst danke für Deine Erklärung des Begriffes Avatar!

Du schreibst weiters:
Zitat:
Das würde bedeuten, dass "Gottesoffenbarung" wertlos ist, und es nur einer "subjektiven" Vorstellung entspringt.
Die Veden erklären jedoch das die Höchste Wahrheit (satyam param) unvergängliche (transzendentale), ewige Form und Persönlichkeit besitzt (sat-cit-ananda vigraha).
Der Höchste Herr offenbart sich Seinem Geweihten und so kann der ernsthafte Spiritualist sehr wohl Gott von Angesicht zu Angesicht sehen.


Gottesoffenbarung ist keinesfalls wertlos! Der Gottesoffenbarer bringt uns ja das Wort Gottes! Natürlich kann man den Gottesoffenbarer von Angesicht zu Angesicht sehen. Die Wahrheit, die er bringt, richtet sich immer nach der geistigen Reife der Menschheit. Es ist natürlich immer dieselbe Wahrheit, aber aufbauend auf die geistige Reife wird immer ein wenig mehr vom 'Schleier' entfernt. Baha'i nennen das Fortschreitende Gottesoffenbarung. Dein Beispiel mit der Leiter war da sehr gut!

Liebe Grüße!
Hallo Vaijnatha,

Zitat:
Hierzu fällt mir ein Zitat von Meister Eckehardt ein: "Das Nicht ist die Sünde". Das möchte ich so interpretieren: Alles was wir zutiefst ablehnen, oder von uns weisen, ist eben in direkter Weise unser Spiegelbild, unser ungeliebter Schatten. Um Heil und Ganz zu werden, müssen wir auch unseren Schatten in unser Sein integrieren, denn er ist Teil von uns. Solange wir Schwarz und Weiß malen, Erhaben und Schmutzig, Rein und Unrein, leben wir genau zwischen diesen Polen. Wir wachsen erst darüber hinaus, wenn wir beides integrieren.


Diesen Spruch von Meiser Ecker würde ich anders interpretieren (interpretieren bedeutet spekulieren):
Das „verteufeln“ bringt nichts, es ist nur ein Verdrängen. Aber gleichzeitig sollten wir auch Unter-Scheidungsvermögen entwickeln durch höheres Wissen. Fleischessen beispielsweise mag als körperlich kräftigend gesehen werden, aber gleichzeitig hat es einen sehr schlechten Einfluss auf unser Bewusstsein und fügt zudem anderen Lebewesen Leid zu. Durch Einsicht (höheres Wissen) können wir uns lösen von schlechten Angewohnheiten (anarthas) wie eben Fleischessen, nicht durch verteufeln.
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