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Shivaismus oder Vishnuismus oder Krishnaismus?












@jivatma

Zitat:
Selbst wenn jemand noch keine Vollkommenheit erlangt hat, so kann er bereits auf der Ebene von Erkenntnis sein. Er ist sich vollkommen sicher von seinem Weg, denn er hat eine praktisch erfahrbare innere Wandlung und Erkenntnis erlangt.


Die Ansicht auf dem richtigen Weg zu sein kann auch falsch sein. Spätestens dann, wenn die nächste Abzweigung kommt. Und die kommt bestimmt...

Die Sicherheit auf dem Weg ist vielleicht der gefährlichste Irrtum das einem geschehen kann.

Ich finde es richtig, wenn einer daran zweifelt, ob er es jemals zu einem Meister schafft. Ob er jemals oder immer Gottgläubig handelt etc.

Zweifel als Unsicherheit belebt meiner ansicht nach die Aufmerksamkeit!

Der Verlust der Aufmerksamkeit kann durch eine falsche Sicherheit kommen. Und der suchende tappt in die Gefahrenfalle.

So habe ich es gelernt. Sich nie zu sicher zu sein, dass alles richtig läuft. Dann kommt der Unfall bestimmt.

Gruss
Nasruddin
Hallo Gabriele,

Zitat:
Zitat:
jivatma: Halbherzigkeit bedeutet zweifeln. Wer zweifelt im spirituellen Leben ist handlungsunfähig.

Wer gibt Dir die Gewähr, daß Du im nächsten Leben nicht auch ein Zweifler sein wirst ?


Wie ich geschrieben habe ist "Zweifel" eine der 5 Funktionen der Intelligenz. Sie ermahnt dich genau zu untersuchen bevor du akzeptierst.
Wer aber einen Weg ernsthaft gehen will kann dies nur OHNE Zweifel tun.

Zweifel sind das Zeichen von Unwissenheit. Diese Unwissenheit kann nicht mit Theorie (theoretisches Wissen) überwunden werden, sondern nur durch in die Praxis umgesetztes Wissen = Erkenntnis.

Darum sagt Krishna in der BG 4.42 zu Arjuna das er sich mit Yoga "bewaffnen" soll.
Wir können Millionen von Büchern mit transzendentalem Wissensinhalt lesen aber wenn wir dieses Wissen nicht in die Praxis umsetzen, können wir keinen Fort-schritt auf unserem Weg zur Vollkommenheit machen.
Zitat:
Wer stellt fest, wie reif wir bereits sind ?


Echte Selbsterkenntnis ist eine Wissenschaft, die für den Sadhaka überprüfbar ist.
(Sadhaka ist jemand der ein Sadhana (spirituelle Praxis) ausübt)
Auf dem Weg zur Vollkommenheit gibt es verschiedene Ebenen die man selbst erfährt.

Grundsätzlich gibt es folgende Ebenen im Prozess des Bhakti-yoga:

- anartha-nivritti = schlechte Angewohnheiten aufgeben
eine echte spirituelle Praxis bewirkt, dass der Sadhaka fähig ist schlechte Angewohnheiten in seinem Lebensstil aufzugeben. Schlechte Angewohnheiten hindern uns daran Fortschritt zu machen auf dem Weg zur Selbst- und Gotteserkenntnis.
Jemand der diese Ebene nicht überwindet, kann unmöglich Fortschritt machen.

- nishta = gefestigt in seiner spirituellen Praxis
der Sadhaka gelangt auf die Ebene von Sattva-guna (Tugend)
diese Ebene ist immer noch materielles Bewusstsein

- ruci = transzendentaler Wohlgeschmack im Sadhana (spirituelle Praxis)
auf dieser Ebene ist der Sadhaka Befreit. Er erfährt transzendentale Freuden. Diese mögen nicht immer erfahren werden, jedoch treten sie regelmäßig auf.

- asaktihi = starke Anhaftung an die spirituelle Praxis
der Sadhaka erfährt grosse Freude (ruci) in seiner Praxis durch welche er so angehaftet wird an transzendentale Tätigkeiten, dass er nicht mehr ohne sie Leben kann.

- bhava = transzendentale Extase; Perfektion
wird erreicht nach langer Praxis des Bhakti-yoga. Wer diese Ebene erreicht hat, kann nicht mehr von der transzendentalen Ebene herunter fallen.

- prema = reine unmotivierte Liebe zur Höchsten Persönlichkeit Gottes
auf dieser Ebene offenbart sich Gott persönlich und man sieht die Höchste Persönlichkeit Gottes von Angesicht zu Angesicht. Man erkennt auch seinen svarupa (transzendentalen Körper der eins ist mit der Seele und der eine bestimmte, persönliche Beziehung hat mit dem Höchsten Herrn)

Jemand der die Ebene von "anartha-nivritti" erreicht hat, ist fest davon überzeugt den richtigen Weg zu gehen (denn die Praxis hat bewirkt das er alle schlechten Angewohnehiten aufgeben konnte). Hat er "nishta" erreicht ist er in seiner Praxis gefestigt. Erreicht er "ruci" hat er Erkenntnis. Diese mag anfänglich nur flackerhaft sein, jedoch wird man fähig sich von Sinnenbefriedigung zu lösen, da man transzendentale Freude erfährt die weit aus grösser ist als die höchsten Sinnensfreuden.
Auch Christus spricht von dieser Ebene wenn er von "das Brot des Himmels" spricht. Wenn man einmal "das Brot des Himmels" gekostet hat, ist man nicht mehr interessiert am "irdischen Brot".
Aus diesem Grund kann man einen fortgeschrittenen Transzendentalisten daran erkennen, wie weit er von Sinnenbefriedigung losgelöst ist.

Gruss
Zitat:
jivatma: Es ist keine Übertreibung wenn ich sagen würde das 99.9% von dem was heutzutage als "Religion" gepriesen wird in Wirklichkeit Irreligion ist.


wow! Da werden wohl einige religiöse Menschen mit der Aussage nicht so einverstanden sein, weil doch sehr viele Gläubige von ihrer Religion überzeugt sind und vehement für sie eintreten.

Aber!! - muß der Mensch bzw. die Seele nicht erst einmal so vieles an Sinnesfreuden erleben, ehe die Seele/Mensch entscheiden kann, daß es ihm nicht das ganze Glück beschert ? Will Gott nicht erst die Menschen schauen und fühlenlassen,wie schön die Welt sein kann - die materielle, indem er alles ausbreitet und erst, wenn der Mensch der vielen materiellen Dinge überdrüssig ist und erkennt, daß es ihm auch nicht das große Glück bringt, das er erwartet hat, ist er bereit, sich der spirituellen Seite des Lebens zuzuwenden.

Findest du nicht, daß wir da erst hinein wachsen müssen und gibt Gott nicht jedem Menschen eine Chance oder sogar mehrere ?

Die Forderungen in manchen Religionen gehen davon aus, daß der Mensch geboren wird, dann soll er ins Buch schauen und erkennen, daß die Religion, in die er hinein geboren wurde oder der er sich zugewandt hat, weil er sich mit den darin liegenden Aussagen und Inhalte identifiziert, die einzig Richtige ist und nach dieser Aussage soll er gleich ein vollendeter Mensch sein oder der Rest des Erfahrens wird in der jenseitigen Welt vollenden.

Es gibt sehr viele Aussagen und sehr viele Ansichten - woher soll der Mensch wissen, welche die wahre ist ?

Gibt es nicht immer Anhänger einer bestimmten Religionsrichtung oder eines Mediums, durch dessen Körper Gott sein Wissen durchsagt ?
Nehme als Beispiel den Jacob Lorber - oder viele andere, die sagen, daß Gott durch sie spricht - aber die Inhalte sind doch verschieden.

Wie wird der Mensch, der sich Sucher nennt, damit fertig ?

Gruß
Lieber Jivatma,

Eine Geschichte aus dem Mahabarata, von der ich nicht weiß wo sie genau steht.

Arjuna beklagt sich bei Krishna darüber, dass Er Bhishma offensichtlich mehr liebt als ihn, Arjuna. "Sieh ihn Dir an, o Herr", sagt Arjuna, "Bhishma führt so ein verwerfliches Leben. Er umgibt sich mit schönen Frauen und ißt nur die erlesensten Speisen. Wie kann es sein, dass Du so jemanden liebst?" "O, Arjuna", antwortete Krishna. "Ich werde Dir zeigen warum das so ist." Und er gewährt Arjuna einen Blick in die subtilen Sphären. Und da sieht Arjuna wie Bhishma, während er äußerlich auf den Kissen liegt umringt von schönen Frauen und die wunderbaren Speisen essend, innerlich unablässig dem Herrn tausende von Blumen darbringt und in Gedanken ständig an Ihn versunken ist. "O, Arjuna, alle äußere Handlung ist ohne Bedeutung. Bhisma dagegen ist in Gedanken nur auf mich ausgerichtet und vergeht in Liebe zu mir. Deshalb ist er mein geliebter Devotee."

Das mit den äußeren Anzeichen ist also eine Sache..... Es mag äußere Hinweise geben, aber einzig Gott oder ein wahrer Guru mag wahrhaftig erkennen, wie weit sein Schüler ist.
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