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@ Jivatma
Lieber Jivatma,
Halbherzigkeit bedeutet Zweifel. Ja. Und ein Vollkommener zweifelt nicht. Jeder der aber noch auf dem Weg ist, zweifelt zwangsläufig, ansonsten macht er sich vor, schon vollkommen zu sein. Indem ich mich auf einen Ast setze und Pfeife, habe ich auch nicht automatisch die Fähigkeit und Freiheit eines Vogels herzumzufliegen.
Ich würde es so ausdrücken:
Du übst also, keine Zweifel zu haben. Das ist gut.
Oder bist Du bereits vollkommen?
Es gibt Momente, in denen wir (noch begrenzten) Menschen meines Ermessens zweifeln müssen und dürfen, und Momente, da sollten wir den Zweifel gehen lassen und Vertrauen und uns hingeben, um erfahren zu können. Der dualistische zweifelnde Verstand sollte also ein Werkzeug sein und nicht unser Herr. Unser Verstand ist ein göttlicher Segen und Zweifel ist der Moment der Dualität (Zwei-fel), ist unsere Aufgabe, die wir in der Erkenntnis im Licht der Einheit bewältigen, bis wir vor unserer nächsten Aufgabe stehen.
Lieber Gruß Vaijanath
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| jivatma: Halbherzigkeit bedeutet zweifeln. Wer zweifelt im spirituellen Leben ist handlungsunfähig. |
Wer gibt Dir die Gewähr, daß Du im nächsten Leben nicht auch ein Zweifler sein wirst ?
Mir fällt da der Drehbühnen-Effekt ein:
"Hat er sich mit seiner Lichtseite identifiziert und seine Schattenseite nicht zur Kenntnis genommen oder sie sogar unterdrückt, so muß er bei der Drehung der Bühne die bittere Erfahrung machen, daß er doch nicht über alles so erhaben, so gütig und so liebevoll ist, wie er sich dies gedacht - oder insgeheim erhofft - hatte." Kapitel 14 - Die Drehbühne der Seele - aus Anatomie der Seele - Der Rückschritt -
http://www.alexander-gosztonyi.ch/agos/rueckblick/archiv.php
Sehen wir uns anders, als wir von unseren Mitmenschen wahrgenommen werden ?
Wer stellt fest, wie reif wir bereits sind ?
Gruß
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@jivatma
Lieber Jivatma,
habe eben im Internet ein bischen gestöbert. Was denkst Du persönlich über diese Sätze?:
Weil Frauen ein Leben lang wie Kinder sind, können sie auch in ihrer Intelligenz nie das Niveau des Mannes erreichen: "Man kann klar sagen, daß das Begriffsvermögen einer Frau dem eines Mannes stets unterlegen ist. In den westlichen Ländern regen sich gegenwärtig Stimmen, die verlangen, der Mann und die Frau sollten als gleich betrachtet werden; doch aus diesem Vers geht hervor, daß die Frau stets weniger intelligent ist als der Mann."(12) Aus ihrem natürlichen Mangel an Intelligenz folgt, daß Frauen auch nicht sehr vertrauenswürdig sind: "(...)
Eine sehr seltsame und absurde Aussage (D)eines Meisters, der an einer wörtlichen Überetzung der BG klammert? So etwas gehört ins Mittelalter und das habe ich persönlich auch von keinem anderen indischen Meister je gehört. Intelligenz ist ein vieldimensionaler Begriff, d.h. jemand kann viel Sachwissen haben, hat aber keinerlei soziale Kompetenz und anderes. Tatsächlich glaube ich, dass die meisten Frauen den Männern in vielen Bereichen überlegen sind. (auch spirituell, vergleiche Castagneda) Vor allem sollte es mehr Politikerinnen geben! Bin auf Deine Antwort gespannt.
Lieber Gruß Vaijanath
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Hallo Vaijnath,
sorry das ich erst jetzt antworte, bin in die Bergen gegangen ..., ohne Internetanschluss.
| Zitat: |
| Halbherzigkeit bedeutet Zweifel. Ja. Und ein Vollkommener zweifelt nicht. Jeder der aber noch auf dem Weg ist, zweifelt zwangsläufig, ansonsten macht er sich vor, schon vollkommen zu sein. Indem ich mich auf einen Ast setze und Pfeife, habe ich auch nicht automatisch die Fähigkeit und Freiheit eines Vogels herzumzufliegen. |
Spiritualität ist vergleichbar mit einem Pfad den man geht. Wer einen Pfad einschlägt und an diesem zweifelt, wie kann er ihn dann begehen?
Wer Fort-schritt macht auf diesem Weg hat keine Zweifel mehr auf diesem Weg. Fortschritt bedeutet von der Ebene von gijan (Wissen) auf die Ebene von vigijan (Erkenntnis) zu gelangen.
Selbst wenn jemand noch keine Vollkommenheit erlangt hat, so kann er bereits auf der Ebene von Erkenntnis sein. Er ist sich vollkommen sicher von seinem Weg, denn er hat eine praktisch erfahrbare innere Wandlung und Erkenntnis erlangt.
Shri Krishna sagt in der BG im Kapitel "das Vertraulichste Wissen":
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| "Dieses Wissen ist der König der Bildung und das geheimste aller Geheimnisse. Es ist das reinste Wissen, und weil es durch Erkenntnis eine direkte Wahrnehmung vom Selbst vermittelt, ist es die Vollkommenheit der Religion. Es ist immerwährend und wird mit Freude praktiziert." (BG 9.2) |
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Ich würde es so ausdrücken:
Du übst also, keine Zweifel zu haben. Das ist gut.
Oder bist Du bereits vollkommen? |
Es ist ein Unterschied ob wir am Weg zweifeln oder an uns selber. Der Weg (Praxis) den Shri Krishna in der Bhagavad-Gita vorgibt (Bhakti-yoga) ist perfekt.
Nur weil der Sadhaka (jemand der eine spirituelle Praxis ausführt) manchmal zum Straucheln kommt, bedeutet das nicht das der Weg falsch ist. Und so zweifelt der ernsthafte Sadhaka auch nicht auf seinem Weg wenn er strauchelt oder Leiden muss.
| Zitat: |
| Es gibt Momente, in denen wir (noch begrenzten) Menschen meines Ermessens zweifeln müssen und dürfen, und Momente, da sollten wir den Zweifel gehen lassen und Vertrauen und uns hingeben, um erfahren zu können. Der dualistische zweifelnde Verstand sollte also ein Werkzeug sein und nicht unser Herr. Unser Verstand ist ein göttlicher Segen und Zweifel ist der Moment der Dualität (Zwei-fel), ist unsere Aufgabe, die wir in der Erkenntnis im Licht der Einheit bewältigen, bis wir vor unserer nächsten Aufgabe stehen. |
Mit dem mana (Verstand) kannst du weder Gott noch dich verstehen.
Du magst ein wenig theoretisches Verständnis (gijan) erlangen, aber keine Erkenntnis (vigijan).
Wenn du nur einmal in deinem Leben, auch wenn es nur für einen Moment war, das Wesen deiner Seele erfahren hast, wirst du es nie wieder vergessen. Alles andere wird plötzlich ohne Belang. Du magst auf deinem Weg noch viele Hindernisse erfahren, aber trotzdem wirst du niemals an deinem Weg zweifeln, denn du hast dich selbst erfahren.
Wie kann jemand der die Unsterblichkeit der Seele gekostet hat, noch Freude an Sinnenbefriedigung finden?
Samshaya (Zweifel) gehört zu den 5 Funktionen der Intelligenz (Buddhi).
Samshaya = Zweifel
viparyasa = Missverständnis
nishcaya = richtiges Verständnis
smriti = Erinnerung
svapa = Schlaf + Traum
(siehe Shrimad-Bhagavatam 3.26.3)
Buddhi (Intelligenz) ist feinstofflich materiell. Wir können die transzendentale Seele nicht durch Buddhi erfahren.
Die Aussage Krishnas im obigen Vers lautet; alles was dich nicht auf die Ebene bringt wo du deine spirituelle Seele erfährst, ist keine echte Religion.
Es ist keine Übertreibung wenn ich sagen würde das 99.9% von dem was heutzutage als "Religion" gepriesen wird in Wirklichkeit Irreligion ist.
Gruss
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