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| Gehen wir noch tiefer und mehr nach außen, stoßen wir an eine weitere Grenze, denn hier hört unsere Individualität auf und die Kollektivseele beginnt stärker zu wirken. Wir kommen an diese Grenzen, die uns unser Kollektivbewußtsein setzt. Dieses Kollektivbewußtsein ist hier bei uns in der "aufgeklärten westlichen Zivilisation" durch ein naturwissenschaftliches sog. objektives Weltbild geprägt. Dieses haben wir alle verinnerlicht und dieses verdrängt massiv sog. übernatürliche Phänomene. Das ist nichts anderes als ein Schutzmechanismus (vor der eigenen dunklen Seite), aber auch eine Barriere um weiter zu wachsen. Das heißt unsere Fähigkeit zu kreieren ist durch die Weltsicht unserer Menschen in unserer Umgebung begrenzt. Also liebe Gabriele, selbst wenn Du davon überzeugt wärest, eine Maus kreieren zu können, Deine Umgebung wird das zu verhindern, ignorieren, verdrängen wissen. Das sei nicht wirklich, nur eine Vorstellung, nur eine Phantasie und Du wirst zum Psychiater geschleppt, falls Du darauf beharrst, die Maus kreiert zu haben. Und es werden auch Beweise vom Kollektivbewußtsein kreiert, die dies so bestätigen werden. Diese sog. objektive Wirklichkeit ist nur die Projektion des kollektiven Bewußtseins, der kollektive "Wahn". Es könnte ganz, ganz, ganz anders sein....
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Dringen wir noch weiter in die Tiefe vor, so gelangen wir zum Seinsgrund der Existenz, an den Beginn und den Ursprung der Schöpfung, an das Eine, an Gott oder göttliches Bewußtsein. Hier ist alles möglich. Hier wollen wir alle aber im Moment nichts anderes als es ist wie es ist. An diese Wurzel zu dringen bedeutet Erleuchtung zu suchen. Und da die Erleuchteten unter uns mit Gottes und unser aller Willen zwangsläufig übereinstimmen, ist eben alles im Moment so wie es ist. (Bis auf die Tatsache, dass die Erleuchteten wie Gott den Wunsch haben, dass alle Wesen wieder in Liebe mit Ihm vereint sein mögen. Gott kann dies aber nicht per Dekret machen. Die Christen sagen er achtet den freien Willen, der Hindu sagt, Er Achtet die Göttlichkeit und Schöpferkraft der von Ihm inzwischen sich getrennt wähnenden Schöpfung.) Dies ist die Ebene des Nabels, die Para-Ebene.
In früheren Zeiten, sagten die Brahmanen: Agni (Feuer, Gott des Feuers) und dies sagten sie aus tiefstem Inneren, aus der Para über madhama (pashyanti kommt noch dazwischen, hab ich aber nicht erwähnt) und vaikhari, dann entzündeten sie mit dieser Wort-Schwingung das (Jagna)feuer. (Kein Streichholz, kein Feuerzeug!)
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Aus der tiefsten Ebene heraus in Übereinstimmung mit Gott und der Natur und dem Kollektivbewußtsein heraus, manifestiert sich das Wort. Das ist genau der Weg der Schöpfung. Und wenn Du auf diese Weise das Sankritwort für Maus sagen würdest, dann würdest Du auch eine Maus erschaffen können, genauso wie Christus zu Lazarus sagte: Stehe auf, und er stand auf. Auch sagte Christus, wenn ihr wahrlich im Glauben verwurzelt seid, und ihr sagt, Berg hebe dich hinweg, dann wird er sich hinweg heben. Das ist genau dieser beschriebene Prozeß.
Diese Leere der Para-ebene, die ich erwähnte, ist das Nadelöhr. Läßt man ein Wort, einen klaren Gedanken von der groben vaikaryebene zur Herzebene des Gefühls und noch tiefer in den Nabel, die Paraebene fallen, d.h. in das Nichts (das ist z.B. auch der Moment des innigen Gebetes mit z.B. dem Wunsch, dass das Kind gesund werden möge und wenn man aus tiefstem Herzen dann sagt: Herr, aber nicht mein, sondern Dein Wille geschehe! Das ist das Nichts, keine Vorstellung, kein Wunsch mehr. Dein Wille geschehe.) fallen läßt, der Moment in dem man von den Früchten seiner Handlung abläßt, sein Ego losläßt und sich dem Willen des großen Ganzen hingibt, dann wird in einer Rückkehrbewegung über Para-Madhyama-Vaikary sich genau dieses Wort, dieser Gedanke, dieser Wunsch realisieren.
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Je reiner wir dies zu tun in der Lage sind, desto unmittelbarer wird die Realisierung/Kondensierung/Materialisation sein, je weniger rein es ist, umso weniger unmittelbar, umso indirekter oder zeitlich verzögert wird es sich realisieren.
Doch egal, wie wir den Wunsch Gott übergeben, jeder unserer Wünsche, der vom Kopf im Herzen landet, wandert tiefer bis zu Gott und muss in seiner Wirkung, in der Realisation dann auch erlebt werden um erlöst, aufgelöst zu werden.
Das ist die tiefere Bedeutung von Karma. Wir säen ständig was wir ernten werden müssen und ernten ständig, was wir mal gesät haben. Der Berg der Ursachen, die wir gesetzt haben ist allerdings wie der große Teil des Eisberges unter der Wasseroberfläche für uns unsichtbar und wird sich in diesem Leben nicht mehr auswirken. Auch hat sich inzwischen so viel Altes, Unerlöstes zwischen Ursache und Wirkung unseres Handelns bei uns angesammelt, dass wir den Zusammenhang von Ursache und Wirkung, Aktion und Reaktion, Säen und Ernten aus den Augen verloren haben und wir uns einem zufälligen Schicksal gegenüber wähnen.
Es ist also sehr sehr wichtig zu überlegen, was wir wollen, denn wir sind viel mehr Schöpfer als wir es wahrhaben wollen. Wie wird gesagt?
Es gibt zwei Flüche im Leben. Wenn sich unsere Wünsche und Sehnsüchte nicht erfüllen. Und wenn sich unsere Wünsche und Sehnsüchte doch erfüllen.
Lieber Gruß Vaijanath
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@gabriele
@nasruddin
Hab ich Euch mit einem Wust an Theorie geschockt? Wollt ich nicht, sorry.
Noch etwas zur Ergänzung, was vielleicht erklärt, warum ich das alles an dieser Stelle für wichtig erachtete:
Der Kashmir Shivaismus versucht alle Dinge immer aus der höheren Sicht zu beschreiben, weil sie wissen, dass sie mit der Beschreibung selbst schon kreieren.
Sagt man also ständig zu sich: -Ich bin ein kleiner menschlicher Wurm und Gott ist unendlich viel viel gößer und auch gaaanz gaaanz anders und unereichbar.- Dann wird das auch so sein.
Der Shivaismus versucht uns deshalb immer in die Vision von oben zu heben und dazu gehört die Erklärung, warum wir uns im Moment -So wie ein kleiner Wurm gegenüber Gott fühlen- Weil genau das das göttliche Spiel ist und wir endlich dieses Spiel der Enthüllung spielen wollen/sollen. Das ist also ein anderer Standpunkt, ein Standpunkt von "oben" auf unsere innere Verfassung, damit wir selbst die Enthüllung kreieren können.
Ja, ich weiß das war'n bischen viel. Aber diese Gedanken lohnen sich nachzuvollziehen.
Lieber Gruß Vaijanath
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