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Ich-Sinn oder warum unser Ich so wichtig sein kann












http://wiki.anthroposophie.net/Ichsinn

Der Ich-Sinn ist einer der zwölf physischen Sinne, von denen Rudolf Steiner in seiner Sinneslehre gesprochen hat. Durch den Ichsinn nehmen wir unmittelbar das Ich eines anderen Menschen wahr. Wahrnehmungsorgan dafür ist der Kopf, insofern er seine Wahrnehmungsfähigkeit für das andere Ich durch den ganzen Organismus strahlt. Die ganze Menschengestalt mit dem Kopf als Zentrum ist das Wahrnehmungsorgan für das andere Ich. Oder noch genauer gesagt: Der Organismus als Ganzes ist das eigentlich Sinnesorgan der Ich-Wahrnehmung, das ganze Nervensystem bildet die zugehörigen Sinnesnerven, die sich mit der Tätigkeit des ganzen Gehirns verbinden. Der Ichsinn ist damit der umfassendste von allen unseren Sinnen und er durchdringt die Tätigkeit aller anderen Sinne, die ihrerseits nur einzelne Teile des ganzen Organismus benützen.
Ist es nicht wichtig, daß wir auch unser Ego - Ich haben und hilft es uns nicht auch, zu überleben ?

"Das Ich ist das Zentrum des Willens, von dem die Impulse zu jeder Art von Aktivität ausgehen. - Es ist zugleich das Zentrum des (Wach-)Bewußtseins, in das der Mensch alles, was ihm bewußt wird, aufnimmt.
- Es ist das Zentrum seines Verstandes, von dem aus er denkt und von der aus er das Gedachte einordnet."

"Das Ichbewußtsein: das Wissen um das Ich, entsteht erst, wenn das Tier oder der Mensch fähig wird, zu sich selbst, zu einem Ich, etwas Distanz zu gewinnen.

Das Spannungsfeld "Ich" umfaßt alle Seelenschichten. Mit den drei Grundlagen der Seele: dem Wollen, Fühlen und Denken, wurzelt es in den drei unteren Seelenschichten, mit seiner Personhaftigkeit in der Mentalschicht. Die höheren Seelenschichten kann es nur dann integrieren, wenn es sich verwandelt."
Anatomie der Seele: Kapitel 17 - Das Ich, die Person und das Höhere Selbst
Wie weit ist der Weg des Spirituellen, bis man das Ich ablegen kann ?

"Da der Mensch mit seinem Ich und mit allem, was er sich in seine Ichsphäre einverleibt: sich einvericht, blind identifiziert, hat er sehr große Mühe, das Einverleibte loszulassen, es wieder freizugeben, wenn in seiner inneren Entwicklung die Zeit dafür gekommen ist. Sein Ich muß ja einmal seine wahre Größe wieder einnehmen, also - eventuell wesentlich - kleiner werden und seine Ichsphäre muß auf ihren "normalen" Umfang reduziert werden."

Das heißt eigentlich auch, daß wir in der Entwicklung stehen, das Ich erst einmal zur Bewußtheit kommen muß - uns beim Überleben hilft, und erst, wenn der Mensch(Seele) reifer wird, den spirituellen Weg gehen kann.
Es ist also der Aufbau, um den es geht - die Entwicklung der Seele - je tiefer man eindringt, umso mehr wird es einem klar -
"schwierig ist dieser Verzicht, weil die Identifikation mit dem Ich und die Einbeziehung der Dinge in die Ichsphäre auf den unteren Entwicklungsstufen natürliche Vorgänge sind."

Kann der Mensch, wenn er nur einmal geboren wird, das alles erkennen, ist er reif genug, das zu erfassen ?
Und warum ist das Ausleben des Ich so wichtig für den Menschen ?

"In Besitz nimmt er auf den unteren Stufen seiner inneren Entwicklung nicht nur materielle Güter, sondern auch Personen und geistige Güter wie seelische und geistige Gaben: Begabungen, Fähigkeiten (z.B. Intellgenz, Musikalität) , ferner Geburtsrecht, Vorstellungen, Ideen, eine ganze Weltanschauung oder Religion, aber auch deren Träger und die irdischen Autoritäten. Er nimmt etwas in Besitz, indem er sich damit identifiziert. Es gehört dann zu seinem Ich, dessen Radius sich damit ausweitet."

(Die Identifikation mit dem Ich und die Ichsphäre)


Also ist es nicht schlimm, wenn der Mensch erst einmal alles erlebt und alles erfährt - und dazu braucht es die grobe Materie, die Erde - wie schon in der Esoterik als Schulplanet bezeichnet.
Das Ausleben des groben Teils seines Wesens muß er auf der Erde. Dementsprechend ist nach den abgelegten Stufen der Entwicklung eine weitere Entwicklung erst im Jenseits vorgesehen, wenn der Mensch(Seele) dafür reif geworden ist. Das schließt auch keine Verurteilung ein, sondern zeigt uns, daß alles am Wachsen ist. So wie es auch im biologischen Sinne dargestellt wird - wir wachsen allmählich mit.

Natürlich schließt es die Frage ein, warum diese Ansicht nicht alle Religionen vertreten, wenn doch alles von Gott kommt.

Das ist ein großes Fragezeichen, vor dem ich dann noch stehe.


Ach Gabriele.
Manchmal fühle ich mit dir eine große geistige Verbundenheit - und dann wieder, wie verschieden doch unsere Vorstellungen von Gott und der Welt sind.
Ich glaube - falls es einen "Sinn"gibt, so steckt er nicht in einem Menschen, dem Geist, der Seele, wie auch immer, sondern im Leben selbst.
Das Leben selbst gibt so reichlich, nimmt so reichlich, ein immerwiederkehrender Kreislauf, mit einem Ergebnis: Leben.
Das Leben braucht keine "heranreifende, lernende Seele" in den Menschen.
Ich denke, das Leben genügt sich selbst.
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum II


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