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Texte aus Zürich, jawoll! ;)












Himmelfahrt-Cantata

Aus "Singendes und Spielendes Vergnügen reiner Andacht", 2. Auflage (Zürich 1758); der Schlusschoral ist aus Schmidlins "Geistlichen Liedern mit Choralmelodien zum allgemeinen Gebrauch" (Zürich 1767) hinzugefügt, die Choralmelodie (im Tenor) geht auf Johann Ludwig Steiners "Neues Gesangbuch" 1723 zurück.
Text: Herkunft unbekannt.


Recitativo + Arioso:
Gott fähret auf mit Jauchzen und der Herr mit heller Posaune.
Recitativo:
Komm, Tochter Zion, komm,
betrachte deines Königs Wagen,
die ihn durch Luft und Wolken tragen;
folg ihm mit starren Augen nach.
Lass deinen Blick bis an die Sterne dringen.
Ergreif dein Saitenspiel, / wozu dir erst der Mut entfiel;
lass an dem heut'gen Fest dein frohes Loblied klingen.
Aria (Duetto):
Fahr auf, fahr auf, du grosser Siegesheld.
Du machst nunmehr der Höllen Banden
durch deines Sieges Kraft zuschanden,
du Herrscher Himmels und der Welt.
Fahr auf, fahr auf, du grosser Siegesheld.
Recitativo:
So lasst uns mit vereinten Stimmen
die Herrlichkeit des Siegesfürsten rühmen.
Aria à 3:
Ertönet, ihr Lüfte, vom Jubelgeschrei.
Es lasse dem siegenden Schöpfer zu Ehren,
was lebet und schwebet, ein Siegeslied hören
und trete dem englischen Reigen [Tanz der Engel] mit bei.
Ertönet, ihr Lüfte, vom Jubelgeschrei.
Choral:
Du schwingst dich von der Erden / zu deiner Herrlichkeit.
Die Wolken müssen werden / dein Wagen, und es freut
sich aller Engel Chor.
Verklärter Herr! es schallen / Gesänge von uns allen
mit lauter Stimm empor.
Vom Lob Gottes: O dass ich tausend Zungen hätte

Nr. CCX aus "Neues Gesang-Buch auserlesener, geistreicher Liedern ..." (Zürich 1723).
Text: Johann Mentzner 1704 im Halleschen Gesangbuch von J. A. Freylinghausen (original: 15 Strophen).


Moralie, bei Steiner den Noten unterlegt:
O dass ich würdig überlegte, / was mich zum Loben treiben soll!
O dass ich mich dadurch erregte / und würde Dank und Rühmens voll!
O dass Gedanken, Wort und Tun / hiervon niemalen wollten ruhn!

1. O dass ich tausend Zungen hätte / und einen tausendfachen Mund!
So stimmt ich damit um die Wette / vom allertiefsten Herzensgrund
ein Loblied nach dem andern an / von dem, was Gott an mir getan.

2. O dass doch meine Stimm erschallte / bis dahin, wo die Sonne steht!
O dass mein Blut mit Jauchzen wallte, / solang es noch im Laufe geht!
Ach wär ein jeder Puls ein Dank / und jeder Atem ein Gesang!

15. Ach nimm das arme Lob auf Erden, / mein Gott, in allen Gnaden hin!
Im Himmel soll es besser werden, / wenn ich ein schöner Engel bin.
Da sing ich dir im höhern Chor / viel tausend Halleluja vor.
Sommer-Gedancken (Ausschnitt)

Aus "Gott-Geheiligte Fest- und Zeit-Gedancken, nach Ordnung der Fest-Tägen und Jahres-Zeiten" (Zürich 1739).
Text: Barthold Heinrich Brockes, aus dem Gedicht "Der Garten" in "Irdisches Vergnügen in Gott", vor 1739.


Mich dunckt, wann ich voll Freude / hier Herz und Augen weide / und in dem Felde steh,
dass ich zu dir mich schwinge / und dich, Quell aller Dinge, / mein Gott und Schöpfer, seh.
Gerührt durch dieses Denken / wünscht sich mein Herz zu lenken / allein nach deinem Sinn.
Leib, Seele, Geist und Leben / will ich nur dir ergeben: / Nimm, guter Gott, sie hin!
Viertes Morgenlied: Mit Freudigkeit erwach ich nun

Nr. XV aus "Auserlesene geistliche Lieder ..." (Zürich 1775).
Text: Johann Caspar Lavater? (original: 5 Strophen)


1. Mit Freudigkeit erwach ich nun / und singe Dankeslieder.
O Gott! du liessst mich sanfte ruhn, / gestärkt sind Leib und Glieder.
Wie herrlich ist des Tages Pracht / nach überlebter dunkler Nacht!
Wie schön der Sonne Glänzen!

2. Preis, Dank, Anbetung, Gott der Welt! / Dir wird von allen Zungen,
von allen, die dein Schutz erhält, / Halleluja gesungen.
Mein ganzes Herze preiset dich, / mein Leib und Seele freuet sich,
Herr! deiner Huld und Güte.

3. Gib mit dem neuen Tag mir Kraft / zum Fleiss in guten Werken;
dein Geist, der alles in uns schafft, / woll mich im Guten stärken,
damit ich mich stets deiner freu / und immer vor dir heilig sei
in meinem Tun und Lassen.
Neujahrs-Andacht

Nr. XXI aus "Auserlesene geistliche Lieder ..." (Zürich 1775).
Text: Johann Caspar Lavater 1775 (original: 5 Strophen)


1. Die Himmel wandeln, Sterne rollen, / und Jahre drängen Jahre fort.
Dein Mond und deine Sonne sollen / uns leuchten, Herr, es will's dein Wort.
Dir, Führer von der Sterne Schar, bringt unser Herz Gesänge dar.
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